Ein Friseursalon arbeitet direkt am menschlichen Koerper. Scheren, Rasierer und Kaemme kommen in Kontakt mit Haut und Haaren. Faerbemittel beruehren die Kopfhaut. Wasser und Waerme schaffen ideale Bedingungen fuer Bakterien und Pilze. Ohne konsequente Hygiene riskieren Sie nicht nur Bussgelder, sondern die Gesundheit Ihrer Kunden und Ihren Ruf.
In Deutschland regeln das Infektionsschutzgesetz, die Biostoffverordnung und landesspezifische Hygieneverordnungen was Sie einhalten muessen. Das klingt buerokratisch, ist aber in der Praxis ueberschaubar wenn Sie einen Hygieneplan haben und ihn konsequent umsetzen.
Jeder Salon braucht einen schriftlichen Hygieneplan. Das ist kein Roman, sondern eine uebersichtliche Tabelle die festhaelt: Was wird gereinigt oder desinfiziert? Wie oft? Mit welchem Mittel? Wer ist verantwortlich? Der Plan haengt gut sichtbar im Personalbereich und wird vom Gesundheitsamt bei jeder Kontrolle als erstes verlangt.
Grundstruktur Ihres Hygieneplans: Werkzeugaufbereitung nach jedem Kunden, Scheren, Kaemme und Rasierer reinigen und desinfizieren. Arbeitsflaechen nach jedem Kunden abwischen mit Flaechendesinfektionsmittel. Fussboeden taeglich reinigen, bei sichtbarer Verschmutzung sofort. Handtuecher und Umhaenge nach jeder Benutzung wechseln, Waschen bei mindestens 60 Grad. Haende waschen und desinfizieren vor und nach jedem Kunden.
Wichtig: Dokumentieren Sie die Umsetzung. Ein einfaches Formular das Mitarbeiter taeglich abzeichnen reicht. Bei Kontrollen zeigt das dem Gesundheitsamt dass Sie Ihren Plan nicht nur auf Papier haben, sondern tatsaechlich leben.
Die korrekte Aufbereitung von Werkzeugen ist der Kernpunkt jeder Hygieneinspektion. Schritt 1: Grobe Reinigung, Haare und Rueckstaende mechanisch entfernen. Schritt 2: Reinigung mit Wasser und Reinigungsmittel. Schritt 3: Desinfektion durch Einlegen in eine zugelassene Desinfektionsloesung fuer die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit, typischerweise 15-30 Minuten. Schritt 4: Trocknung und Lagerung in einem geschlossenen, sauberen Behaelter.
Fuer Rasierer und alles was mit Blut in Kontakt kommen kann gelten strengere Regeln: Einwegrasierer nach jeder Benutzung entsorgen. Rasiermesser mit austauschbarer Klinge: Klinge nach jedem Kunden wechseln, Griff desinfizieren. Traditionelle Rasiermesser muessen nach jedem Kunden desinfiziert werden und duerfen nur verwendet werden wenn keine Hautverletzung beim Kunden sichtbar ist.
Desinfektionsmittel muessen auf der Liste des Verbundes fuer Angewandte Hygiene VAH stehen. Beliebte Marken: Barbicide ist der Klassiker mit dem blauen Glas, Mundo fuer Sprays, und Sterillium fuer die Haendedesinfektion. Kaufen Sie Konzentrate und mischen Sie nach Anleitung, das spart 60 Prozent gegenueber Fertigloesungen.
Kontrollen kommen in der Regel unangekuendigt. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes betritt den Salon und prueft systematisch: Liegt der Hygieneplan aus und ist er aktuell? Sind Desinfektionsmittel vorhanden und korrekt dosiert? Werden Werkzeuge zwischen Kunden desinfiziert? Sind Handtuecher und Umhaenge sauber? Ist die Handwaschmoeglichkeit im Arbeitsbereich vorhanden und ausgestattet mit Seife und Einmalhandtuechern?
Haeufige Beanstandungen: Kein schriftlicher Hygieneplan vorhanden, das ist der Nummer-eins-Verstoss. Desinfektionsmittel abgelaufen oder falsch dosiert. Werkzeuge nicht in Desinfektionsloesung sondern einfach mit Wasser abgespuelt. Keine Trennung von sauberen und benutzten Handtuechern. Und immer wieder: mangelnde Dokumentation.
Bei Verstoessen gibt es zunaechst eine Abmahnung mit Frist zur Nachbesserung. Bei schweren oder wiederholten Verstoessen drohen Bussgelder zwischen 500 und 5.000 Euro. In Extremfaellen kann der Salon voruebergehend geschlossen werden. Das klingt dramatisch, kommt aber in der Praxis selten vor wenn Sie grundlegende Standards einhalten.
Die Pandemie hat einige Hygienemassnahmen in Salons normalisiert die vorher unueblich waren: Desinfektionsmittel am Eingang ist geblieben und wird von Kunden erwartet. Regelmaessiges Lueften oder Luftfilter gelten als Standard. Und die allgemeine Sensibilitaet fuer Hygiene ist gestiegen, Kunden achten bewusster darauf ob ein Salon sauber wirkt.
Nutzen Sie das als Marketingvorteil: Ein sichtbar sauberer Salon mit Desinfektionsspendern, frischen Handtuechern und einem aufgeraeumten Arbeitsplatz kommuniziert Professionalitaet ohne ein Wort. Umgekehrt: Haare auf dem Boden vom Vorkunden, benutzte Handtuecher auf dem Stuhl und ein Waschbecken mit Farbflecken vertreiben Kunden schneller als jeder Preisaufschlag.
Papierlisten die jeden Tag abgezeichnet werden gehen verloren, werden nicht ausgefuellt oder sind nach 6 Monaten unleserlich. Digitale Loesungen sind einfacher: Eine simple Google-Tabelle die Mitarbeiter per Tablet ausfuellen. Oder Apps wie CleanManager oder Hygieneplan24 die speziell fuer Handwerksbetriebe entwickelt wurden.
Der Vorteil: Bei einer Kontrolle oeffnen Sie die App und zeigen lueckenlose Dokumentation der letzten 12 Monate. Das beeindruckt jeden Pruefer und zeigt dass Sie Hygiene ernst nehmen, nicht nur auf Papier.
In Kombination mit term-in haben Sie auch die Kundendaten im Griff: Wer war wann im Salon, welcher Mitarbeiter hat die Behandlung durchgefuehrt. Im unwahrscheinlichen Fall einer Infektionskette koennen Sie sofort nachverfolgen welche Kunden betroffen sein koennten. Das ist nicht nur gute Praxis, sondern kann im Ernstfall rechtliche Konsequenzen mildern.
Ein Hygieneplan ist nur so gut wie die Menschen die ihn umsetzen. Neue Mitarbeiter muessen am ersten Arbeitstag eine Einweisung in den Hygieneplan erhalten und diese schriftlich bestaetigen. Planen Sie zudem alle sechs Monate eine kurze Auffrischung fuer das gesamte Team ein. Das kann eine 15-minuetige Besprechung vor Salonbeginn sein in der Sie haeufige Fehler ansprechen und neue Produkte vorstellen. Besonders wichtig ist die Vorbildfunktion: Wenn der Saloninhaber selbst die Haendedesinfektion ueberspringt merken die Mitarbeiter das sofort. Machen Sie Hygiene zum festen Bestandteil Ihrer Salonkultur und nicht zu einer laestigen Pflicht. Haengen Sie Checklisten an jedem Arbeitsplatz auf die Mitarbeiter nach jedem Kunden abhaken. Dokumentieren Sie Schulungen mit Datum und Unterschrift. Das schuetzt Sie bei Kontrollen und im unwahrscheinlichen Fall einer Kundenbeschwerde oder eines Rechtsstreits. Ein gut geschultes Team ist der beste Schutz vor Hygieneverstoessen und den damit verbundenen Bussgeldern.
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