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Produkte im Salon verkaufen: 7 Tipps ohne aufdringlich zu wirken

term-in Team · April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Warum Produktverkauf kein Zusatzgeschaeft ist sondern Pflicht

Ein Salon der nur Dienstleistungen verkauft, laesst Geld auf dem Tisch liegen. Der Industriedurchschnitt fuer Retail im Salon liegt bei 10-15 Prozent des Gesamtumsatzes. Top-Salons erreichen 25-30 Prozent. Der Unterschied bei einem Salon mit 15.000 Euro Monatsumsatz: 1.500 Euro vs. 4.500 Euro. Das sind 36.000 Euro mehr Jahresumsatz, bei einer Marge von 40-50 Prozent sind das 14.000-18.000 Euro zusaetzlicher Gewinn.

Und Produktverkauf hat einen zweiten Effekt der oft uebersehen wird: Kunden die Produkte kaufen, kommen regelmaessiger. Sie haben eine Beziehung zu Ihren Produkten, brauchen Nachschub, und kommen zum Kauf und Termin gleichzeitig. Produktkaeufer sind loyaler als reine Dienstleistungskunden.

1. Waehrend der Behandlung zeigen und erklaeren

Der groesste Fehler: Produkte erst an der Kasse anbieten wenn der Kunde schon bezahlt und gehen will. Zu diesem Zeitpunkt ist die Entscheidung gegen den Kauf bereits gefallen. Der richtige Moment ist waehrend der Behandlung, wenn der Kunde entspannt im Stuhl sitzt und sieht was Sie mit seinen Haaren machen.

Halten Sie das Produkt hoch, zeigen Sie es dem Kunden im Spiegel, und sagen Sie: Ich nehme jetzt dieses Repair-Shampoo von Kerastase, das ist perfekt fuer Ihre colorierten Haare. Merken Sie wie weich die Haare jetzt sind? Das ist keine Verkaufstechnik, das ist Beratung. Der Kunde erlebt das Produkt mit seinen eigenen Haaren und Sinnen. Das ist staerker als jede Werbung.

Jeder Mitarbeiter sollte bei jeder Behandlung mindestens 2 Produkte namentlich erwaehnen und zeigen. Nicht anpreisen, nicht drohen, nicht ueberreden. Einfach zeigen und erklaeren. 30 Prozent der Kunden fragen dann von selbst: Kann ich das auch kaufen?

2. Produktplatzierung: Sehen, riechen, anfassen

Produkte die hinter der Theke in einem geschlossenen Regal stehen, werden nicht gekauft. Produkte die offen auf huebschen Regalen stehen, auf Augenhoehe, mit Testflaschen zum Anfassen, werden gekauft. Das ist keine Magie, das ist Einzelhandelspsychologie.

Platzieren Sie Ihre Top-5-Produkte im Wartebereich auf Augenhoehe. Oeffnen Sie Tester die Kunden anfassen und riechen koennen. Preisschilder muessen sichtbar sein, versteckte Preise erzeugen Unsicherheit und die Vermutung dass es zu teuer ist. Ein kleines Schild Unser Team empfiehlt mit dem Foto des Mitarbeiters schafft persoenlichen Bezug.

Am Waschbecken: Stellen Sie die Produkte die Sie gerade verwenden sichtbar auf den Rand. Der Kunde sieht das schoene Shampoo, riecht es, und fragt. An der Kasse: 2-3 kleine Impulsprodukte unter 15 Euro. Haargummis, Mini-Spray, Reisegroeessen. Das sind die letzten-Moment-Kaeufe die den Bon um 5-10 Euro erhoehen.

3. Bedarfsanalyse statt Massenempfehlung

Jedem Kunden das gleiche Produkt empfehlen ist der sicherste Weg nichts zu verkaufen. Menschen kaufen wenn sie das Gefuehl haben dass die Empfehlung speziell fuer sie ist. Die Bedarfsanalyse beginnt beim Waschen: Wie fuehlt sich das Haar an? Trocken, fettig, duenn, strapaziert? Waehrend der Behandlung: Was erzaehlt der Kunde ueber seine Haarroutine zu Hause?

Dann die gezielte Empfehlung: Frau Mueller, Ihr Haar ist nach der Faerbung etwas trocken an den Spitzen. Dieses Leave-in von Olaplex wuerde ich Ihnen fuer zu Hause empfehlen, 2-3 Mal pro Woche nach dem Waschen. Das haelt die Farbe laenger und macht die Spitzen geschmeidig. Das ist personalisierte Beratung die der Kunde als Service empfindet, nicht als Verkaufsdruck.

4. Provision fuer Mitarbeiter: Der Motivationsturbo

Ohne finanziellen Anreiz verkaufen Mitarbeiter nicht. Warum sollten sie? Es ist nicht ihr Geld. Eine Provision von 10-15 Prozent auf den Netto-Verkaufspreis aendert das sofort. Bei einem Produkt fuer 25 Euro verdient der Mitarbeiter 2.50-3.75 Euro extra. Bei 3 verkauften Produkten pro Tag sind das 7.50-11 Euro, im Monat 150-220 Euro zusaetzliches Einkommen.

Fuehren Sie ein transparentes Tracking ein: Jeder Produktverkauf wird dem Mitarbeiter zugeordnet. Am Monatsende sieht jeder was er verdient hat. Ein Ranking im Team erzeugt gesunden Wettbewerb. Und feiern Sie den Top-Verkaeufer: Mitarbeiter des Monats mit kleinem Bonus oder einem freien Nachmittag. Anerkennung plus Geld ist die staerkste Motivation.

5. Bundles statt Einzelprodukte

Ein Shampoo fuer 18 Euro? Muss ich darueber nachdenken. Ein Pflege-Set mit Shampoo, Conditioner und Maske fuer 39 Euro statt 52 Euro Einzelpreis? Das klingt nach einem Deal. Bundles erhoehen den durchschnittlichen Warenkorb um 40-60 Prozent weil der Kunde das Gefuehl hat zu sparen obwohl er mehr ausgibt.

Erstellen Sie 3-4 Bundles fuer verschiedene Haartypen: Coloriertes Haar Set, Locken-Pflege Set, Maenner-Set, Anti-Frizz Set. Verpacken Sie sie in einer huebschen Tuete mit Ihrem Salonlogo. Das wirkt wertiger als lose Produkte in einer Plastiktuete und eignet sich auch als Geschenk.

6. Follow-up: Nach dem Kauf ist vor dem Nachkauf

Ein Shampoo haelt 6-8 Wochen. Wenn die Kundin alle 6 Wochen zum Haarschnitt kommt, ist das Timing perfekt: Beim naechsten Termin ist das Shampoo fast leer. Erinnern Sie sie: Soll ich Ihnen das Kerastase-Shampoo wieder mitgeben? Die meisten sagen ja weil es bequem ist und sie das Produkt bereits kennen und moegen.

Digitale Nachverfolgung: term-in speichert welche Produkte ein Kunde gekauft hat. Wenn der naechste Termin ansteht, sehen Sie auf einen Blick: Frau Mueller hat vor 6 Wochen Olaplex No.3 gekauft. Sie koennen proaktiv nachfragen ob Nachschub noetig ist. Das ist kein Verkauf, das ist vorausschauender Service.

7. Online-Verkauf als Zusatzkanal

Nicht jeder Kunde kauft im Salon. Manche bestellen lieber online. Bieten Sie einen einfachen Online-Shop an: eine Instagram-Story mit Produktfoto und Bestellmoeglichkeit per DM reicht fuer den Anfang. Oder ein Link in Ihrer Bio zu einem simplen Bestellformular.

Fortgeschritten: Ein kleiner Shopify-Store oder eine Produktseite auf Ihrer Website. Die Margen im Online-Verkauf sind gleich, aber Sie erreichen Kunden auch zwischen den Terminen. Und jede Bestellung ist ein Touchpoint der die Kundenbindung staerkt. Der Kunde denkt an Ihren Salon nicht nur wenn er einen Haarschnitt braucht, sondern auch wenn ihm das Shampoo ausgeht.

Haeufige Fehler beim Produktverkauf vermeiden

Selbst engagierte Salons machen beim Produktverkauf immer wieder die gleichen Fehler. Der haeufigste: zu viele verschiedene Marken im Sortiment. Wenn Sie fuenf Shampoo-Marken fuehren, kann Ihr Team keine davon ueberzeugend empfehlen. Konzentrieren Sie sich auf eine bis maximal zwei Hauptmarken die Sie wirklich kennen und hinter denen Sie stehen. Ihr Team sollte die Inhaltsstoffe, Anwendung und Vorteile jedes Produkts im Schlaf erklaeren koennen. Weniger Auswahl bedeutet mehr Kompetenz und hoehere Verkaufsquoten.

Ein weiterer Fehler ist die fehlende Erfolgskontrolle. Viele Salons bestellen Produkte ein, stellen sie ins Regal und hoffen auf Verkaeufe. Ohne Tracking wissen Sie nicht welche Produkte sich verkaufen und welche verstauben. Fuehren Sie eine einfache Inventurliste: Was wurde eingekauft, was wurde verkauft, was liegt seit drei Monaten unverkauft im Regal. Produkte die sich nicht drehen, binden Kapital und nehmen Platz weg. Tauschen Sie Ladenhüeter gegen Bestseller aus oder bieten Sie sie mit Rabatt im Bundle an. Schulen Sie Ihr Team monatlich zu neuen Produkten und frischen Sie das Wissen zu bestehenden Produkten regelmaessig auf. Ein Mitarbeiter der ein Produkt selbst getestet hat, verkauft es mit voellig anderer Ueberzeugung als einer der nur den Beipackzettel gelesen hat.

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